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Wendelin Röckel

Wendelin Röckel wurde, wie es sich für einen „echten Frankfurter“ gehört, am 17. April 1936 in Frankfurt geboren und mit Mainwasser getauft. Er konnte 1974 vom Polizeichor als Chorleiter verpflichtet werden. Ein Glücksgriff - wie es sich schon kurze Zeit später verdeutlichte.

Ihm gelang es auf Anhieb, dem guten, aber etwas biederen Image des Chores, einen neuen „Schub“ zu verleihen. Neben der volkstümlichen Literatur sorgte er mit neuen, großen Chören für frischen Wind und neue Sangesfreude. Wendelin Röckel war als Chor- und Kirchenmusikdirektor im Kirchendienst und als Kantor in verschiedenen Kantoreien beschäftigt und im In- und Ausland ein gefragter Organist. Dank  der stimmlichen Verbesserung und Vergrößerung  des Chores, gelang es ihm – unter Mitwirkung der jeweiligen Vorstände - große Säle in Frankfurt (Alte Oper, Jahrhunderthalle, Festhalle, Messe, etc.) zu füllen. Zahlreiche Auftritte bei Funk und Fernsehen und tolle Auftritte im Ausland, durften wir mit ihm erleben. Mit namhaften Solisten und Orchestern konnten wir bei solchen Anlässen zusammen - manchmal über viele Jahre hinweg  - auftreten.

Immer mit eingebunden waren damals auch schon die Damen des Polizeichores, die bei der Organisation und Mitgestaltung von Veranstaltungen und auch bei Arbeitseinsätzen wertvolle Arbeit leisteten. Es war naheliegend, dass auch sie aus purem Spaß an der Freude selbst singen wollten und das gegen eine nicht geringe Opposition einzelner Sangesfreunde des Männerchores, die einen angeblich gemischten Chor befürchteten. Trotzdem trafen sich am 5. April 1983, 23 Damen im Polizeipräsidium zur ersten Singstunde. Ein weiterer Glücksfall, dass Chordirektor Wendelin Röckel die Damen ohne jegliches Honorar unterrichtete. Nach fast einjähriger Probezeit gründete sich dann der Frauenchor am  16. Februar 1984 offiziell.  Wendelin Röckel sprang bei den Damen bei vielen Konzerten im In- und Ausland, auch noch nach Jahren, helfend ein. Dazu muss man wissen, dass die „Stabführung“ des Frauenchores einige Male wechselte. Dass die Damen mit Leidenschaft bei der Sache waren, beweist die Tatsache, dass jede Sängerin freiwillig bis 1986 einen monatlichen Beitrag von 10,-- DM leistete. Erst danach übernahm der Polizeichor die Dirigenten-Kosten.

Die alten Sänger kennen Wendelin Röckel nur als Menschen ohne jeglichen Dünkel. Das hat sich wahrlich bis zum heutigen Tage auch nicht geändert. Wir erinnern uns gerne daran, dass er, nach Chorproben oder Auftritten, auch bei „seinen Sängern“ sitzen blieb und seine Interpretation musikalischer Meisterwerke  zum Besten gab. Bei solchen Anlässen benötigte er zum Beispiel für den „Minutenwalzer von Chopin“, gerade mal  rekordverdächtige 50 Sekunden und das war - natürlich ohne Noten - fürwahr, einer der vielen „multiplen Hörgenüsse“.

Zum Zeitpunkt der Gründung der Preußen standen wir alle unter starkem beruflichen Stress. Wendelin Röckel hat uns stets musikalisch unterstützt. Er war sich nie zu schade, unsere etwas einfachere, für Akkordeon ausgelegte Literatur der Frankfurter Lieder am Klavier zu begleiten. Zahlreiche Auftritte wurden von ihm somit per Piano gerettet, wenn mal wieder ein Akkordeonist oder anderer musikalischer Leiter berufsbedingt ausfiel. Ohne ihn würde es die Preußen heute mit Sicherheit nicht mehr geben. 1995 musste Wendelin Röckel berufs- und krankheitsbedingt leider den Polizeichor aufgeben, aber nicht ohne für eine adäquate Nachfolge zu sorgen.

Das ist aber wieder eine andere Geschichte!

Natürlich ist der Kontakt zu ihm nie abgerissen. Und so freuten wir uns alle sehr, dass wir ihn beim Oktoberfest der Preußen am 26. September 2015  im Polizeipräsidium in unseren Reihen begrüßen durften. Wir hoffen, dass dies noch lange so bleibt.  

(mehr über Wendelin Röckel? Besuchen Sie die Homepage des Opens external link in new windowPolizeichor Frankfurt, dort in zahlreichen  Polizeichor-Journalen (PCJ) nachsehen)